Kinderyoga kann der ideale Baustein für BNE und Globales Lernen sein. Wie Kinderyoga Globales Lernen, BNE und Friedensbildung in der Kita bereichert? Das zeigte Karin Wirnsberger beim vergangenen Werkstatt-Treffen im August 2026 im Tagungshaus Lebensbogen nahe Kassel. In diesem Beitrag erfährst du, was Kinderyoga so wertvoll macht für jede Kita und jedes Kind. Und du bekommst Anregungen für eine Kinderyoga-Einheit, die du in den Kita-Alltag integrieren kannst.
Kinderyoga: mehr als Bewegung
Als pädagogische Fachkraft kannst du Elemente des Kinderyoga auch ohne eine spezielle Kinderyoga-Ausbildung in deinen Alltag einbauen. Wichtig ist dabei, Yoga nicht nur als Abfolge von Körperübungen zu verstehen, sondern auch die dahinterliegende Haltung kennenzulernen: Achtsamkeit, Mitgefühl, Verbundenheit mit sich selbst, anderen und der Mitwelt sowie Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung. Eine Kinderyoga-Ausbildung kann dabei hilfreich sein.
Gerade in dieser Haltung liegen spannende Verbindungen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Globalem Lernen und Friedensbildung. Denn Yoga fragt nicht nur: Wie geht es mir? Sondern auch: Wie begegne ich anderen? Wie gehen wir miteinander um? Wie bin ich mit der Welt um mich herum verbunden? Und was kann ich zu einem guten Miteinander beitragen?
Kinderyoga unterstützt BNE, Globales Lernen und Friedensbildung in der Kita. Warum? Nun, Kinderyoga unterstützt diese Lernprozesse auf verschiedenen Ebenen. Auf der einen Seite lernen Kinder, Achtsamkeit für sich selbst zu entwickeln. Sie üben ihre Selbstwahrnehmung und bekommen ein immer besseres Bewusstsein für ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse. Sie erfahren Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen, mit Anspannung umzugehen und ihre Emotionen zu regulieren. So wächst ihr Selbstvertrauen und ihre Resilienz.
Auf der anderen Seite stärkt Kinderyoga das soziale Miteinander. Denn sich selbst besser wahrzunehmen, kann auch dabei helfen, andere bewusster wahrzunehmen und deren Gefühle und Bedürfnisse zu respektieren. Gemeinsame Yogaübungen, Partnerübungen, Geschichten, Rituale und kleine Achtsamkeitsübungen können Empathie, Mitgefühl und Gemeinschaft fördern. Kinder erleben, wie es sich anfühlt, einander zu unterstützen, Rücksicht zu nehmen, geduldig zu sein, Grenzen zu achten und Verschiedenheit wertzuschätzend zu akzeptieren.
»Durch eine regelmäßige Kinderyoga-Praxis lernen Kinder, sich selbst und anderen achtsam und respektvoll zu begegnen«, Karin Wirnsberger, Kinderyoga-Lehrerin und Bildungsreferentin für Globales Lernen und für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Noch etwas kommt hinzu: Yoga kann den Blick über das unmittelbare Miteinander hinaus öffnen. Die Erfahrung von Verbundenheit – mit anderen Menschen, mit Tieren, Pflanzen und der Erde – schafft eine besondere Brücke zu BNE und Globalem Lernen. Kinder können erfahren: Ich bin Teil dieser Welt. Mein Handeln hat Auswirkungen. Wir sind aufeinander angewiesen und können füreinander und für unsere Mitwelt Verantwortung übernehmen.
Kinderyoga ist deshalb mehr als eine Abfolge von Körperübungen. Es kann eine Haltung erfahrbar machen, in der Achtsamkeit, Verbundenheit, Mitgefühl, Gemeinschaft und verantwortungsvolles Handeln zusammengehören. Genau hier entfaltet Kinderyoga sein besonderes Potenzial für BNE, Globales Lernen und Friedensbildung in der Kita.
So verstanden geht es beim Kinderyoga nicht darum, Übungen möglichst perfekt auszuführen. Entscheidend ist vielmehr die Haltung, mit der wir Kindern begegnen und gemeinsam Yoga erleben.
Kinderyoga fördert die Friedensbildung
»Kinderyoga fördert soziale Kompetenzen, Resilienz und ein friedliches Miteinander – und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Friedensbildung in der Kita«, erklärt Karin Wirnsberger. Im Gruppenalltag sind die regelmäßigen Kinderyoga-Praktiken wie eine Art Rituale für Gemeinschaft und Zusammenhalt. Sie unterstützen eine ruhige und wertschätzende Atmosphäre, Kooperation statt Konkurrenz und eine gewaltfreie(re) Kommunikation.
Eine besondere Verbindung zur Friedensbildung liegt in der yogischen Grundhaltung. Ein zentraler Gedanke ist Ahimsa – Gewaltlosigkeit oder Nicht-Verletzen. Dabei geht es nicht nur darum, anderen keine körperliche Gewalt anzutun, sondern um einen achtsamen und respektvollen Umgang mit sich selbst, mit anderen und mit der Mitwelt. Auch Mitgefühl, Wahrhaftigkeit, gegenseitige Unterstützung und Verbundenheit spielen in der yogischen Haltung eine wichtige Rolle.
Für Kinder kann diese Haltung ganz konkret erfahrbar werden: Ich achte auf mich und meine Grenzen. Ich achte auf dich und deine Grenzen. Wir gehen respektvoll miteinander um. Wir helfen einander und tragen gemeinsam dazu bei, dass sich alle wohlfühlen können.
Hier treffen sich Kinderyoga und Friedensbildung: Beide können Kinder darin unterstützen, sich selbst und andere bewusst wahrzunehmen, Unterschiede zu respektieren, Konflikten achtsam zu begegnen und Verantwortung für das gemeinsame Miteinander zu übernehmen. Frieden wird so nicht nur zu einem Thema, über das gesprochen wird, sondern zu etwas, das Kinder im eigenen Körper, in Beziehungen und im gemeinsamen Handeln erfahren und einüben können.
Beide Ansätze – Kinderyoga und Friedensbildung – wollen Kinder dazu befähigen, achtsam, respektvoll und verantwortungsbewusst mit sich selbst, mit anderen und mit ihrer Mitwelt (also Tiere, Pflanzen und Natur) umzugehen. Sie passen daher wunderbar zusammen!
Woher kommt Kinderyoga? Die Geschichte des Yoga
Yoga für Erwachsene hat seinen Ursprung in Indien. Die Praktiken basieren auf einer reichen Vielfalt an philosophischen Traditionen und Lebensweisen. Die Bezeichnung „Yoga“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Verbinden”. Das drückt sehr gut aus, worum es im Yoga geht: Einerseits sollen die Übungen Körper, Geist und Seele verbinden. Andererseits den praktizierenden Menschen mit dem großen Ganzen verknüpfen – also mit dem Universum und allem, was dazu gehört. Yoga und auch Kinderyoga nutzen dazu verschiedene Praktiken:
• Körperübungen (Asanas) halten unseren Körper gesund, beweglich und stark.
• Atemübungen (Pranayama) fördern die Achtsamkeit, Konzentration und Entspannung.
• Mediation ist ein guter Weg für mehr Frieden in uns und um uns herum.
Kinderyoga entstammt dieser Tradition und hat sich vor allem in den späten 1990ern und 2000ern verbreitet – allerdings eher in westlichen Ländern. Es fokussiert sich auf spielerische Übungen, Atmung, Körperwahrnehmung und Entspannung. Für Kinder ist Kinderyoga eine wunderbare Möglichkeit, um sich entspannt und spielerisch über ihren Körper Werte, Selbstvertrauen und einen positiven Umgang mit ihren Emotionen anzueignen.
Yoga für die Kita
»Kinder praktizieren nicht nur Yoga – sie leben es!«, findet Karin Wirnsberger und spricht aus Erfahrung. Seit 12 Jahren ist sie selbst ausgebildete Kundalini-Yogalehrerin und leitet Kinderyoga in unterschiedlichen Settings an. Beim Werkstatt-Treffen im August 2026 im Tagungshaus Lebensbogen nahe Kassel führte sie die Teilnehmenden nicht nur durch eine Kinderyoga-Session.
Sie erklärte auch die Hintergründe und ermutigte alle, selbst Kinderyoga in ihren Kitas durchzuführen.
Dafür braucht es nicht unbedingt eine umfassende Ausbildung als Kinderyoga-Lehrer*in. Viel wichtiger ist eine bewusste Auseinandersetzung mit der Haltung und den Grundgedanken des Yoga. Dazu gehören Achtsamkeit und Wertschätzung, ein respektvoller Umgang mit sich selbst und anderen, Mitgefühl, Verbundenheit und Gemeinschaft sowie die Bereitschaft, die Bedürfnisse und Grenzen der Kinder wahrzunehmen und zu achten. Auch der Gedanke des „Seva“ – des Handelns und Wirkens für andere und die Gemeinschaft kann dabei eine Rolle spielen. Wer Kinderyoga anleitet, sollte sich deshalb mit diesen Grundlagen beschäftigen und die Übungen nicht lediglich als Bewegungsangebot verstehen.
Hilfreich sind darüber hinaus Fantasie, Freude an Bewegung und Spiel sowie grundlegende Kenntnisse über kindgerechte Yogaübungen. Literatur
Besonders wirksam wird Kinderyoga, wenn Kinder in fantasievolle Yogageschichten eintauchen. Sie können in die Rollen von Tieren, Pflanzen oder Naturerscheinungen schlüpfen und diese mit ihrem Körper darstellen. So entstehen aus klassischen Yogapositionen lebhafte Geschichten und gemeinsame Erfahrungsräume.
»Kinderyoga ist oft lebhaft und dynamisch, geprägt von Spontanität und ausgerichtet an den momentanen Bedürfnissen der Kinder«, meint sie. Kinder lieben es, sich zu bewegen und zu spielen – sie genießen aber auch die Ruheoasen, die Kinderyoga ihnen bietet. Momente, in denen sie nichts leisten oder erreichen müssen und die es ihnen erlauben, einfach nur zu sein und sich zu entspannen.
Kinderyoga lässt sich auf unterschiedliche Weise einsetzen:
- als kleiner Impuls zwischendurch (einzelne Körperübung, Atemübung, Mediation …)
- als Übungsreihe, zum Beispiel als Ritual in den Morgenkreisen oder Projekten (siehe auch die Übung „Wir begrüßen die Welt“)
- als Kinderyogastunde, die neben den Körperübungen auch Atem- und Konzentrationsübungen, Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen sowie vertiefende Nachdenk-Gespräche und spielerische oder kreative Impulse umfasst.
Kinderyoga unterstützt Globales Lernen und BNE
Kinderyoga unterstützt jedoch nicht nur die Friedensbildung in der Kita, sondern bietet auch Anknüpfungspunkte für Globales Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) auf mehreren Ebenen.

Kinderyoga stärkt neben der Verbundenheit mit sich selbst und den anderen Menschen, wie oben beschrieben, auch die bewusste Wahrnehmung unserer „Mitwelt“: die Verbindung mit allem auf unserem Planeten – seien dies Menschen in anderen Teilen der Erde, Tiere, Pflanzen oder auch Landschaften und Ökosysteme. Auch „unbelebte“ Dinge wie Steine, Erde, Berge oder Wasser können in Yogageschichten und Wahrnehmungsübungen eine Rolle spielen. Kinder erleben dabei mit ihrem Körper: Ich bin Teil dieser Welt und stehe mit ihr in Beziehung.
In Yogageschichten und Wahrnehmungsübungen können Kinder beispielsweise zu einem Baum werden, sich wie ein Berg aufrichten, den Wind in ihrem Atem spüren oder sich vorstellen, mit ihren Füßen fest mit der Erde verbunden zu sein. Kinder erfahren dabei mit Körper und Sinnen: Ich bin Teil dieser Welt und stehe mit ihr in Beziehung.
Wissen, Körpererfahrung, Fantasie und Gefühle kommen zusammen. Darin liegen Anknüpfungspunkte für BNE und Globales Lernen: Kinder können Beziehungen und Zusammenhänge wahrnehmen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und sich mit der Frage beschäftigen, wie wir miteinander und mit unserer Mitwelt leben wollen.
Damit kann Kinderyoga auch Erfahrungsräume eröffnen, die über Bewegung und Entspannung hinausgehen und eine spirituelle Dimension berühren – beispielsweise im Erleben von Verbundenheit, Achtsamkeit und Staunen.
Innehalten, sich berühren lassen und staunen
Einen interessanten Bezug bietet die Resonanztheorie des Soziologen Hartmut Rosa. Resonanz beschreibt eine Form der Weltbeziehung: Etwas berührt oder „spricht“ uns an, und wir antworten darauf. Resonanz lässt sich nicht gezielt herstellen oder erzwingen.
Kinderyoga kann jedoch Momente ermöglichen, in denen Kinder innehalten, wahrnehmen, lauschen und sich auf ihre Umgebung einlassen. Ein Baum ist dann beispielsweise nicht nur etwas, über das Kinder etwas lernen. Sie stellen ihn mit ihrem Körper dar, spüren seinen festen Stand, strecken ihre „Äste“ nach oben und nehmen vielleicht anschließend einen wirklichen Baum noch einmal anders wahr. Kinderyoga erzeugt also nicht automatisch Resonanz, kann aber Erfahrungsräume eröffnen, in denen eine lebendige Beziehung zu sich selbst, zu anderen und zur Mitwelt möglich wird.
Dazu passt auch das Staunen. Im Englischen wird häufig von „Awe and Wonder“ gesprochen. Gemeint sind Momente, in denen uns etwas berührt, überrascht oder größer erscheint als wir selbst: ein mächtiger Baum, ein weiter Sternenhimmel, das Rauschen des Meeres, Musik oder die Erfahrung von Gemeinschaft. Solche Momente lassen sich nicht verordnen. Wir können Kindern aber Zeit und Raum geben, genau hinzuschauen, wahrzunehmen und sich berühren zu lassen. Kinderyoga kann solche Momente des Innehaltens und Staunens unterstützen – insbesondere dort, wo Bewegung, Naturerfahrung, Fantasie und Wahrnehmung miteinander verbunden werden.
„Durch das Staunen (Awe and Wonder) erleben Kinder die Welt als etwas Besonderes und Sinnhaftes – Momente, die oft eine spirituelle Qualität haben, weil sie berühren und über das Alltägliche hinausweisen“, meint Karin Wirnsberger.
Staunen kann so ein Ausgangspunkt dafür sein, die eigene Beziehung zur Welt bewusster wahrzunehmen. Darin liegt eine interessante Verbindung zu BNE und Globalem Lernen: Kinder erhalten Raum, sich berühren zu lassen, Verbundenheit zu erfahren und Fragen über sich selbst, andere und ihre Mitwelt zu entwickeln. Auch zur yogischen Haltung gibt es hier Berührungspunkte – etwa in der Achtsamkeit, im bewussten Wahrnehmen und in der Erfahrung von Verbundenheit.
Verbundenheit und die Frage nach dem guten Leben
Der Gedanke der Verbundenheit findet sich in unterschiedlichen kulturellen und philosophischen Traditionen. Dabei ist wichtig, diese nicht gleichzusetzen, sondern ihre jeweiligen kulturellen und historischen Zusammenhänge zu berücksichtigen.
Auch zwischen der yogischen Haltung und Buen Vivir lassen sich mit Blick auf BNE und Globales Lernen interessante Berührungspunkte entdecken. Beide sind in sehr unterschiedlichen kulturellen Kontexten entstanden, eröffnen aber Perspektiven auf Fragen, die auch für eine nachhaltige Entwicklung bedeutsam sind: Was verstehen wir unter einem guten Leben? Wie wollen wir miteinander leben? Und wie verstehen wir unsere Beziehung zur Mitwelt?
In der yogischen Tradition können beispielsweise Ahimsa – Gewaltlosigkeit und Nicht-Verletzen – und Aparigraha – Nicht-Anhäufen und Nicht-Festhalten – dazu anregen, über unser Verhältnis zu uns selbst, zu anderen und zu unserer Mitwelt nachzudenken. Auch Verbundenheit, Mitgefühl und das Handeln für andere und die Gemeinschaft spielen in yogischen Traditionen eine wichtige Rolle.
Eine andere kulturelle Perspektive eröffnet Buen Vivir, das „gute Leben“. Der Begriff wird unter anderem mit sumak kawsay aus dem ecuadorianischen Kichwa und suma qamaña aus dem bolivianischen Aymara in Verbindung gebracht. Dabei spielen Vorstellungen eines guten Lebens eine Rolle, in denen Gemeinschaft, Gegenseitigkeit und die Beziehung zwischen Mensch und Natur von besonderer Bedeutung sind.
Buen Vivir ist kein Konzept des Yoga und auch kein pädagogisches Ziel des Kinderyoga. Für BNE und Globales Lernen ist es jedoch spannend, unterschiedliche Vorstellungen vom guten Leben miteinander ins Gespräch zu bringen. Sie können dazu anregen, darüber nachzudenken, was ein gutes Leben ausmacht und wie wir miteinander und mit unserer Mitwelt leben wollen. Daraus können auch mit Kindern Fragen entstehen:
- Was bedeutet für mich ein gutes Leben?
- Was brauche ich wirklich, damit es mir gut geht?
- Was brauchen wir, damit es uns gemeinsam gut geht?
- Was brauchen Menschen, Tiere und Pflanzen zum Leben?
- Wie wollen wir miteinander und mit unserer Mitwelt umgehen?
So verstanden eröffnen Yoga und Buen Vivir aus unterschiedlichen kulturellen Perspektiven Zugänge zu Fragen, die auch für BNE und Globales Lernen bedeutsam sind. Im Mittelpunkt steht dabei eine Frage, die schon Kinder beschäftigt: Wie können wir gut leben – mit uns selbst, miteinander und als Teil unserer Mitwelt?
Die Voraussetzungen für Kinderyoga
Damit die Kinderyoga-Einheit gelingt, gibt es ein paar Punkte, die du berücksichtigen solltest. Hier eine Übersicht über die Dos and Donts des Kinderyoga von Karin Wirnsberger:
- Achte darauf, dass die letzte Mahlzeit der Kinder zirka zwei Stunden vor dem Yoga war.
- Finde einen Raum, der groß genug ist, damit alle Kinder genug Platz für die Bewegungen haben. Sie sollten sich bei den Übungen nicht berühren. Tipp: Du kannst das Kinderyoga auch im Freien durchführen.
- Gestalte eine schöne Mitte mit Tüchern und Gegenständen, die zum Thema passen.
- Achte darauf, dass die Kinder bequeme Kleidung tragen, zum Beispiel T-Shirt und Turnhose oder auch legere Alltagskleidung bei kurzen Übungen.
- Alle machen das Kinderyoga barfuß, um den Boden besser zu spüren. Niemand trägt Turnschuhe. Rutschfeste Socken sind jedoch auch möglich.
- Stelle ausreichend Leitungswasser zum Trinken bereit. Vermeide gezuckerte Getränke!
- Nutze Yogamatten oder andere Unterlagen. Wichtig ist, dass sie nicht rutschen!
- Biete eventuell Decken zum Zudecken an, wenn du längere Entspannungsübungen oder Meditationen und ähnliches durchführst, bei denen den Kindern kalt werden könnte.
- Vermeide Kritik oder Leistungsdruck. Kinderyoga soll unbedingt eine positive und unterstützende Atmosphäre erzeugen, in der die Kinder ihren Körper, ihren Atem und ihre Empfindungen erkunden können. Daher ist es wichtig, dass es bei den Übungen kein „falsch“, kein Bewerten oder Vergleichen gibt. Jedes Kind macht die Übung so, wie es das kann und das ist wunderbar!
»Kinderyoga will Selbstbewusstsein, körperliche Fitness und emotionale Gesundheit und Gemeinschaft fördern, deshalb braucht es dafür eine Umgebung, in der Kinder sich selbst akzeptieren und lieben lernen«, Karin Wirnsberger.
Beim Yoga sollen die Kinder also vor allem Freude und Spaß haben! Das bedeutet:
- Die Teilnahme ist freiwillig: Lass die Kinder frei entscheiden, an Übungen teilzunehmen oder nicht. Wenn ein Kind sich unwohl fühlt, lieber zuschauen oder einfach nicht mitmachen möchte, solltest du das respektieren.
- Akzeptiere jedes Kind: Jedes Kind ist einzigartig. Es ist wichtig zu betonen, dass es keine perfekten Posen gibt. Jedes Kind übt in seiner eigenen Geschwindigkeit und auf seine eigene Art und Weise.
- Unterstütze die Achtsamkeit: Ermuntere die Kinder immer wieder, auf ihren eigenen Körper und ihre Atmung zu achten. Das hilft ihnen, Stress abzubauen und sich besser zu konzentrieren.
- Ermutige die Kinder: Schätze die Anstrengungen aller Kinder und ermutige sie, sich selbst herauszufordern – jedoch immer in einer positiven und unterstützenden Weise. Im Kinderyoga ist kein Platz für Kritik.
- Sei spielerisch und kreativ: Gestalte das Kinderyoga spielerisch. Lass die Kinder zum Beispiel lautmalerische Geräusche machen oder eigene Bewegungen erfinden. Das fördert die Vorstellungskraft und den Spaß an der Bewegung.
Material-Tipp 1: Yoga für kleine Zukunftsgestalter*innen
Das Kinderyoga-Karten-Set „Yoga für kleine Zukunftsgestalter*innen“ will Kinder auf spielerische Art und Weise mit ihrer Mitwelt verbinden. In drei wunderschön illustrierten Karten-Sets gibt es jeweils eine unterschiedliche Abfolge von Asanas: In der Übungsreihe „Wir begrüßen die Welt“ geht es darum, mit unterschiedlichen Lebewesen, Lebensräumen und Elementen dieses Planeten Kontakt aufzunehmen. Die Übungsreihe „Vom Samen zum Baum“ stellt mit Hilfe von Kinderyoga-Asanas spielerisch die Entwicklung eines Baumes dar. Und die Übungsreise „Mitmachreise an einen besonderen Ort“ bringen Kinder spielerisch rund um den Erdball. Jedes Karten-Set wird begleitet von einem Faltblatt mit Grundinformationen zu der Übungsreihe.
Materialtipp 2: Das Hoppipolla-Set
Dieses Kinderyoga-Karten-Set umfasst 50 Bewegungskarten (die Abbildung ganz oben stammt daraus). Diese sind witzig und liebevoll gemalt und geschrieben. Die Eselin Olivia ist auf jeder Karte dabei und begleitet Kinder mit ihrem Charme und Charakter durch das ganze Set. Alles ist einfach und leichtfüßig gestaltet und lädt direkt zum Loslegen ein. Übrigens: „Hoppipolla“ ist ein isländisches Wort und bedeutet „in Pfützen hüpfen“. Stell dir vor, du hüpfst in Pfützen und lachst dabei. Du spürst dich selbst! Du spürst dich in der Welt. Es tut dir gut, ist gesund, fühlt sich leicht, stimmig und lebensfroh an. Genau von dieser Qualität sollen alle Hoppipolla-Bewegungen des Kinderyoga-Karten-Sets sein.


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