Saubere Sache: Waschmittel selber machen

Saubere Sache: Müllfreies Waschpulver selbst machen

Die Umwelt schützen, etwas lernen und auch noch selbst aktiv werden. Das Projekt „Saubere Sache“ aus Hamburg zeigt KITA-Kindern, wie sie Waschpulver selbst machen können. Dabei gibt es mehr zu entdecken, als zunächst gedacht.

Waschen muss jede*r. Die meisten machen sich aber kaum Gedanken, was das für die Umwelt bedeutet. Das geht mit den Verpackungen los: Plastik. Dazu kommen die Stoffe, die im Waschpulver selbst stecken. Mikroplastik zum Beispiel, der über die Wäsche in den globalen Wasserkreislauf gelangt. Oder Duftstoffe und Weichmacher. Sie schaden nicht nur den Tieren und Pflanzen in der Umwelt. Auch Haustiere mit besonders empfindlichen Nasen, wie Katzen oder Hunde, machen diese Zutaten krank. Und schließlich steckt in herkömmlichem Waschpulver auch meist Palmöl. Um das herzustellen, wird in der Regel Regenwald gerodet und Palmen in Monokulturen mit viel Pestiziden und oft unter Missachtung der Menschenrechte angepflanzt.

Das Rezept für selbstgemachtes Waschpulver

Grund genug eigentlich, um nach einer Alternative zu suchen. Die Mitglieder des Zero Waste Vereins in Hamburg wissen schon lange: Waschpulver lässt sich ganz schnell und einfach selbst herstellen. Und zwar so:

Waschpulver selbst machen

Einfach 75 g Kernseife reiben, mit je 75 g Soda und Natron mischen und in einem Schraubglas aufbewahren. Pro Wäsche reicht in der Regel 1 Esslöffel. Bei weißer Wäsche kann man noch 1 Esslöffel Zitronensäure dazu geben, wenn man möchte.

Und so machten sich die Müllvermeider*innen daran, Menschen davon zu überzeugen, sich ihr Waschpulver selbst zu machen. Recht schnell mussten sie jedoch feststellen, dass kaum jemand meinte, dafür Zeit zu haben. Die Gewohnheit siegte. Und die Leute kauften wieder ihr Waschpulver in Plastiverpackungen.

Waschpulver in der Kita herstellen

Irgendwann hatte das Team aber die richtige Idee: Warum nicht KITAs und Schulen dazu einladen, das Waschpulver mit den Kids zusammen herzustellen und allen Eltern zu liefern? Gesagt, getan. Eine Arbeitsgruppe bildete sich und gründete das Projekt „Saubere Sache“. Diese erstellte Bildungsmaterialien und entwickelte ein Konzept für Veranstaltungen in den KITAs/Schulen sowie bei Unverpacktläden in Hamburg.

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Zwar musste die Gruppe ihr Konzept wegen Corona noch mal ein bisschen umstricken – sie erstellen noch mehr Bildungsmaterial und beispielsweise auch Videos. Doch die Idee kommt gut an. Erste Schulen und KITAs sind bereits mit an Bord. Sie schauen sich zusammen mit den Kindern an, woraus Waschpulver eigentlich besteht, wie der globale Wasserkreislauf funktioniert, welche Rolle Waschpulver dabei spielen kann und wie wir unsere Erde schützen können.

Der Waschpulver-Lieferservice

Dann stellen die Kids mindestens ein halbes Jahr verpackungsfreies und umweltschützendes Waschpulver selbst her. Die Zutaten dafür erhalten sie vom nächstgelegenen Unverpacktladen, mit dem die KITA eine Kooperation eingeht. Dabei erfahren sie, wie einfach sie selbst etwas herstellen können. Denn es hilft, von Klein auf zu erkennen: Im Laden einkaufen ist gar nicht die einzige Möglichkeit, um die Dinge des täglichen Bedarfs zu bekommen. Ja, und davon könnten wir Erwachsenen dann tatsächlich auch noch etwas lernen!

Exkursionen und Bildungsveranstaltungen können auch Teil des Projekte sein. So organisiert „Saubere Sache“ zum Beispiel auch Besuche der Kinder in den Unverpacktläden. Hier können sie mal hinter die Kulissen gucken und erfahren, warum es eigentlich so viel Verpackungsmüll auf der Welt gibt. Und auch Elternabende sind möglich. Denn es ist wichtig, dass die Eltern wissen, worum es bei dem Projekt geht, und warum sie mitmachen sollten.

Foto: saubere-sache-hamburg.de