Wer Palmöl vermeidet rettet Regenwald. Mittlerweile ist das ungesunde Pflanzenfett in vielen Produkten enthalten. Für die riesigen Palmöl-Plantagen verschwindet hektarweise Regenwald. So können Sie mit Kindern in der KITA erkunden, wie Sie Palmöl vermeiden.
Ob Lippenbalsam, Schokocreme, Kerzen, Duschgel oder Tütensuppe – mittlerweile steckt Palmöl in vielen Produkten, die wir im Supermarktregal finden. Laut der Organisation Oro Verde enthält nahezu jedes zweite Produkt unseres Alltags Palmöl. Das meiste Palmöl wandert zwar in die energetische Nutzung (also etwa in sogenannten »Bio-Diesel«). Doch immerhin rund 20 Prozent stecken in unseren Lebensmitteln, wie die folgende Grafik von Oro Verde zeigt. Und das ist ein großes Problem.

Wieso Palmöl ein Problem ist
Palmöl wird aus den Früchten der Ölpalme gewonnen. Für die Hersteller ist es ideal: es riecht nicht, es schmeckt nicht und es ist farblos. Außerdem hält Palmöl lange und lässt sich ertragreich herstellen: Pro Hektar (also 100 mal 100 Metern) kann man rund 3,4 Tonnen Palmöl gewinnen. Zum Vergleich: Bei der Soja-Herstellung bekommt man im Schnitt aus einem Hektar nur rund 0,68 Tonnen Öl (Quelle). Kein Wunder also, das Palmöl in der Lebensmittelindustrie so beliebt ist.
Doch das hat seinen furchtbaren Preis! Allein in Deutschland verbrauchen die Menschen pro Jahr zirka 1.340 Schwimmbäder voll Palmöl. Dafür sind riesige Anbauflächen notwendig. Die Ölpalme braucht ein tropisches Klima, um wachsen zu können. Sie wird deshalb vor allem in Indonesien und Malaysia angebaut. Damit genug Platz für die Palmöl-Plantagen da ist, wird Regenwald gerodet und/oder abgebrannt. »Weltweit werden jede Minute etwa 30 Fussballfelder Regenwald zerstört – vor allem für Palmöl, Soja-Anbau und Rinderweiden«, so der Abenteuer Regenwald e.V. (Quelle). Unzählige Tiere und Pflanzen sterben dabei. Betroffen sind auch die Orang-Utans. Sie stehen mittlerweile auf der roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN und sind stark bedroht.
Nicht nur, dass die Rodung von Regenwald sehr viel CO2 freisetzt, was die Klimakatastrophe weiter anheizt. Die Palmöl-Plantagen, die statt dessen gepflanzt werden, sind Monokulturen. Dort können nur wenige Tier- und Pflanzenarten leben. Außerdem brauchen Palmöl-Plantagen künstlichen Dünger und chemische Pestizide. Für Menschen ist der Verzehr von Palmöl in diesen Mengen zudem nicht unbedingt gesund. Der Abenteuer Regenwald e.V. warnt, dass Palmöl und Palmfett gesundheitschädlich sein kann. In seinem Flyer stellt er noch einmal übersichtlich zusammen, warum wir Palmöl vermeiden sollten:

Kinderarbeit für Palmöl
Auf den Palmöl-Plantagen kommt es zudem zu unfairen Arbeitsbedingungen und sogar zu Kinderarbeit, wie zum Beispiel die Organisation Regenwald statt Palmöl auf ihrer Website berichtet. Entlohnung unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns, Sklaverei-ähnliche Zustände, keine ausreichende soziale Absicherung, keine angemessene Schutzkleidung und Werkzeuge, weit entfernte Schulen und Gesundheitseinrichtungen – das sind die Vorwürfe, die die Organisation erhebt.
Weil die Palmöl-Plantagen so riesig sind, sei es für Menschen oft schwer, eine andere Arbeit zu finden. Der große Einsatz von Pestiziden mache andere Erwerbsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Fischfang, durch die Umweltverschmutzung unmöglich. Nicht nur die Pestizide, sondern auch der Rauch der Brandrodungen verursachten bei den Anwohnenden schwere Gesundheitsschäden (Quelle).
Die Organisation Aktiv gegen Kinderarbeit beschreibt, was Kinder auf den Palmöl-Plantagen an Arbeiten verrichten müssen. Dazu gehört zum Beispiel das Aufsammeln der Früchte, das Versprühen von Pestiziden und Herbiziden (ohne Schutzkleidung), das Jäten von Unkraut oder das Tragen von Palmöl-Früchten (bei einer Traglast von rund 10 kg und einer Strecke von rund 250 Metern). Kinder können sich dabei oft verletzen, wie die Organisation beklagt (Quelle).
Palmöl vermeiden ist gar nicht so schwer
Schon vor vielen Jahren gab es daher massiven Widerstand gegen die massenhafte Verwendung von Palmöl. Die Industrie ist in weiten Teilen nach wie vor der Meinung, dass sie auf Palmöl nicht verzichten kann. Allerdings müssen Lebensmittelhersteller seit Ende 2014 auf ihren Produkten angeben, ob Palmöl drin ist. Deshalb können nun alle aktiv werden:
- Prüfen Sie, ob die Lebensmittel, die Sie in Ihrer Kita verwenden, Palmöl enthalten.
- Wenn ja, dann finden Sie heraus, um was für ein Palmöl es sich handelt. Gepa, Rapunzel und andere Bio-Marken verwenden laut Oro Verde zum Beispiel Bio-Palmöl von kleinbäuerlichen Ölpalmanbauenden, das nicht so schädlich sein soll (Quelle).
- Suchen Sie nach Alternativen. Versuchen Sie Fertigprodukte (wie Tütensuppen oder Fertigpizza) mit Palmöl zu vermeiden und diese lieber selbst zu machen.
- Informieren Sie Eltern, Kolleg*innen und den Träger Ihrer Kita über das Thema »Palmöl vermeiden« und schaffen Sie ein Bewusstsein für die Problematik. Viele Menschen wissen davon gar nichts.
- Behandeln Sie das Thema »Palmöl vermeiden« mit den Kita-Kindern.

Palmöl vermeiden mit Kindern
Die Organisation Orang-Utans in Not hat einen Ablaufplan für einen Projekttag in der Kita zum Thema »Palmöl vermeiden« aufgesetzt, der Kinder begeistern dürfte: Sie dürfen nämlich Schokocremes testen und bewerten. Dabei geht es zunächst allein um den Geschmack (weshalb Sie Nutella vermeiden sollten, weil zu viele Kinder darauf konditioniert sind). Nachdem sich die Kinder mit der Produktion und den Folgen der Palmöl-Produktion auseinander gesetzt haben, können Sie raten, in welchen Schokocremes Palmöl enthalten ist.
In dem Material-Paket gibt es auch eine Foto-Serie zum Thema »Palmöl«. In ihr gibt es eine Grafik, die die Zutatenzusammensetzung von Nutella zeigt (von der Verbraucherzentrale Hamburg). Außerdem gibt es Fotos von Orang-Utans im Regenwald, der Brandrodung, den Palmöl-Plantagen und der Palmöl-Herstellung und vieles mehr. Aus diesem Foto-Set stammen auch die beiden Fotos vom Orang-Utan im Regenwald ganz oben und von der Palmöl-Plantage oben.
Schließlich stellt das Materialpaket auch Rezepte zur Verfügung, mit denen die Kids ihre eigene Schokocreme machen können – natürlich ohne Palmöl.



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