Inklusion in Kitas für 0- bis 3-jährige

Besonderheiten von Kindern sind kein Ausnahmeproblem, das man beseitigen muss – sie sind die Regel, die die Lernprozesse anregen und interkulturelle Kompetenz fördern. Wie? Das zeigt dieses Buch von Inga Bodenburg.

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Eine Rezension von Luisa Fess

Eine Rezension von Luisa Fess, ErzieherinLuisa Fess arbeitet als Erzieherin seit 2009. Ihre Ausbildung hat sie in der Fachschule für Sozialpädagogik Agneshaus Karlsruhe abgeschlossen. Seit vier Jahren ist sie im Unter-Dreijährige-Bereich (U3) tätig. Sie arbeitet in einer universitätsnahen Kita in der Pfalz und ist dort Praxisanleiterin sowie Multiplikatorin für interne Evaluation.

 

„Mit Inklusion ist eine andere Sichtweise auf das Anders-Sein gemeint, eine veränderte Auffassung von Normalität und Vielfalt in der Gemeinschaft – und in der Gesellschaft allgemein“, schreibt die Autorin Inga Bodenburg gleich zu Beginn ihres Buches „Inklusion in Kitas für 0- bis 3-jährige“.

So geht Inklusion davon aus, dass die Realisierung des Rechts aller Kinder auf gemeinsame Bildung und Erziehung nur durch Umdenken und Umgestalten zu erreichen ist, meint sie.

Besonderheiten sind die Regel

Besonderheiten von Kindern seien dabei nicht mehr ein Problem, das ErzieherInnen beseitigen müssen – nein, Besonderheiten sind die Regel. Die Gegebenheiten der Einrichtungen müssen sich daher den Bedürfnissen der Kinder anpassen und nicht umgekehrt.

Das dies keine Last ist, sondern ein Vorteil, zeigen Untersuchungen: Besonders im U3-Bereich ist laut Bodenburg erwiesen, dass Unterschiedlichkeiten Lernprozesse anregen – auch in Richtung interkultureller Kompetenz.

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Bodenburg ebenfalls: In Ihrem Buch beschreibt sie die Umsetzung und Erfahrungen verschiedener Kitas mit dem Thema Inklusion. So berichtet sie von Einrichtungen, in denen Kinder unterschiedlicher Nationalitäten, religiös-ethnischer Herkunft sowie Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen.

Kinder mit besonderem Förderbedarf werden hierbei nicht isoliert betreut. In den Gruppen arbeiten Fachkräfte mit heilpädagogischer Zusatzausbildung, die alle Kinder gemeinsam betreuen.

Handlungskompetenzen erwerben

Doch Inklusion kann nach Bodenburg nur gelingen, wenn die Weiterbildung von Fachkräften eine große Bedeutung bekommt. Es sei wichtig immer wieder die innere Grundhaltung zu reflektieren und die Lebenswelten der Kinder im Blick zu haben.

Besonders unter dem interkulturellen Aspekt sei wichtig, dass beide Seiten kulturelle Handlungskompetenzen erwerben. Dazu gehören etwa Kenntnisse über unterschiedliche Lebensformen, Weltansichten, Werte und Normen sowie aufmerksames hinhören und -sehen, also kommunikative Kompetenzen.

Praxisbeispiele aus Inklusionskitas

Der größte Teil des Buches umfasst Praxisbeispiele aus Einrichtungen, die sich bereits Inklusionskitas nennen. Anhand konkreter Situationen zeigt Bodenburg die Besonderheiten auf, die die Kinder mitbringen – und natürlich auch, wie ErzieherInnen diese im Alltag mit den Kindern nutzen können.

Am Ende gibt Bodenburg dem Leser eine Checkliste an die Hand, mit der die Leser ihre eigene Haltung sowie ihre Arbeit in der Kindertagesstätte im Zusammenhang mit Inklusion überprüfen können.

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Über das Buch

Inklusion in der Kita für 0- bis 3-Jährige

Inklusion in der Kita für 0- bis 3-JährigeAutorin: Inga Bodenburg
Verlag: Cornelsen Scriptor
Umfang: 144 Seiten
Umschlag: Kartoniert
Preis: 20,95 Euro
ISBN: 978-3-589-24833-9

Bestellen: http://www.cornelsen.de/erzieher/reihe/r-4081/ra/titel/9783589248339

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